Der HSV Weilheim hatte als Veranstalter zur Bayerischen Meisterschaft Rally Obedience ins Oberland eingeladen. Am 14. September 2019 sollten die MeisterInnen in den fünf Klassen Senioren, Beginner und LK1 bis LK3 ermittelt werden.

Während einige Vereine mit zweistelligen Starterzahlen anreisten, hatten sich vom PSV Fürstenfeldbruck nur drei Teams auf den Weg gemacht. In der LK1 wagte sich Claudia mit Amy in den Ring und in der LK3 machten sich Klaus mit Rico und der Berichterstatter mit Lola Hoffnungen auf ein gutes Ergebnis. Trainiert hatten alle fleißig, motiviert bis in die Pfotenspitzen waren sie auch. Konnte also an und für sich nichts schiefgehen.

Doch grau ist alle Theorie, entscheidend ist auf’m Platz. Diese Fußballweisheit sollte sich in WM grausam bewahrheiten.

Vorzüglich endete der Tag jedenfalls für kein Team des PSV FFB. Einzig Claudia mit ihrer Amy konnte noch überzeugen. Sie schloss mit 88 Punkten und der Wertung „sehr gut“ auf dem 11. Platz unter 25 Startern ab. Das ist aller Ehren wert, da sie erst im Mai dieses Jahres in die LK1 aufgestiegen ist und erstmals bei der BM dabei war. Hier ist für die Zukunft noch einiges zu erwarten. Chapeau!

Die LK3, die, entgegen der ursprünglichen Planung, am Nachmittag bei inzwischen drückender Schwüle in den Ring gerufen wurde, war mit 30 Teams voll besetzt. Die Startnummern 12 und 13 gehörten Thomas/Lola bzw. Klaus/Rico. Gegen 13:00 Uhr nahm das Schicksal dann seinen Lauf.

Wie betäubt, unfähig sich wirklich auf die gestellten Aufgaben zu konzentrieren, tappte Thomas neben einer hoch motivierten Lola durch den Parcours. So kam es zu leichtesten Fehlern mit jeweils schwerwiegenden Punktabzügen. Selber wahrgenommen hat der Berichterstatter von all dem nichts, so dass die anschließende Videoanalyse Aufschluss geben musste. Das Ergebnis von 74 Punkten und einer Bewertung „gut“ kann in diesem Zusammenhang nur schmeicheln. Die medizinische Abteilung des Vereins vermutet, dass die extreme Schwüle in Verbindung mit dem noch nicht überwundenen Jetlag nach fünfwöchigem Urlaub ursächlich für den derangierten Zustand des Berichterstatters war.

Aber damit war der Tag ja noch nicht gelaufen. Direkt im Anschluss betrat Klaus mit Rico den Ring 1. Auf diesem Team ruhten nun die Hoffnungen der PSV-ROcker, die Farben unseres Vereins auf dem Stockerl zu sehen. Klaus zeigte allerdings Nerven. Schon früh eine falsche Drehung und schon standen die beiden in der falschen Richtung, die Aufgaben waren nicht erfüllt, die Punkte weg. Dann noch die eine und andere Wiederholung – das 100 Punktepolster schmolz dahin und erst bei 62 stoppte die Punkteschmelze. Rico wurde ganz bange, befürchtete er doch, das Leckerlipolster würde in gleichem Maße schrumpfen. Aber nach erstem Schock über den eigenen Auftritt, der mit der „bestanden“ bewertet wurde, bekam Rico seine verdiente Belohnung – schließlich hatte er ja nichts falsch gemacht.

Bis zur Siegerehrung hatten sich alle erholt und feierten gemeinsam jedes einzelne Team.

Anmerkung zur Entwicklung des Rally Obedience in Bayern: Die Leistungsdichte hat enorm zugenommen. Vor allem in der LK3. Mit 99 von 100 Punkten konnte man sich dieses Jahr gerade einmal über einen achten Platz freuen, d.h. SIEBEN Teams waren absolut fehlerfrei durch den Parcours gegangen. 2018 konnte der Berichterstatter mit 90 Punkten noch einen siebten Platz belegen.

Die PSVler warten auf ihre Schleifen

Thomas Nordgerling